03/06/2026 0 Kommentare
Kirchengemeinden gestalten gemeinsam die Zukunft
Kirchengemeinden gestalten gemeinsam die Zukunft
# Blog N & H Presbyterium

Kirchengemeinden gestalten gemeinsam die Zukunft
Vier Gemeinden bündeln ihre Kräfte
Die evangelischen Kirchengemeinden Mirjam (Ascheberg/Drensteinfurt), Lüdinghausen, Olfen und Senden planen, sich zum 1. Januar 2028 zu einer gemeinsamen evangelischen Kirchengemeinde zu vereinen. Mit diesem Schritt reagieren die Gemeinden auf veränderte gesellschaftliche und kirchliche Rahmenbedingungen und wollen zugleich die Weichen für eine starke und lebendige Kirche in der Region stellen. Weniger Kirchenmitglieder, sinkende Kirchensteuereinnahmen, steigende Kosten sowie Veränderungen im haupt- und ehrenamtlichen Engagement stellen die Gemeinden vor Herausforderungen. Die Verantwortlichen sehen in einer Vereinigung jedoch vor allem Chancen: Kräfte können gebündelt, Verantwortung gemeinsam getragen und kirchliches Leben langfristig gesichert werden.
„Wir wollen die Zukunft der evangelischen Kirche in unserer Region aktiv gestalten. Eine Vereinigung ermöglicht es uns, unsere Kräfte zu bündeln und gleichzeitig in allen Orten präsent zu bleiben. Gemeinsam können wir vieles besser erreichen als jede Gemeinde für sich allein“, betont Pfarrer Stefan Schafflick, Sprecher des Kooperationsrates.
Zusammenarbeit hat bereits begonnen
Die vier Kirchengemeinden arbeiten schon heute eng zusammen. 2025 schlossen sie sich zu einem Kooperationsraum zusammen, zum 1. Mai 2026 folgte ein weiterer wichtiger Schritt: Die Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Diakone der vier Gemeinden bilden nun gemeinsam ein Interprofessionelles Pastorales Team. Dieses Team organisiert seine Arbeit für den gesamten Kooperationsraum. Dadurch wird die pastorale Versorgung in allen Orten langfristig gesichert – etwa bei Gottesdiensten, Seelsorge, Taufen, Trauungen und Bestattungen.
Gemeinsame Wurzeln, gemeinsame Zukunft
Die geplante Vereinigung knüpft zugleich an die Geschichte der evangelischen Kirche in der Region an. 1847 entstand mit der „Großgemeinde Lüdinghausen“ die erste evangelische Kirchengemeinde in der Region. Die damals festgelegten Gemeindegrenzen umfassten Lüdinghausen, Olfen, Ascheberg, Bork, Selm, Nordkirchen, Senden, Ottmarsbocholt, Capelle und Werne.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Gemeindeglieder durch die Aufnahme vieler Flüchtlinge und Vertriebener stark an. Um die Menschen vor Ort besser begleiten zu können, entstanden weitere Pfarrstellen und schließlich eigenständige Kirchengemeinden. 1958 wurde die große Gemeinde in mehrere selbstständige Gemeinden aufgeteilt.
Rund 70 Jahre später schließen sich die Gemeinden nun wieder enger zusammen und verbinden dabei ihre gemeinsame Geschichte mit einem zukunftsorientierten Modell kirchlichen Lebens.
„Die Vereinigung ist mehr als eine organisatorische Entscheidung. Sie bietet die Chance, voneinander zu lernen, Ideen zusammenzubringen und Kirche gemeinsam weiterzuentwickeln. Dabei bleiben die Menschen und das Gemeindeleben vor Ort weiterhin von zentraler Bedeutung“, erklärt Gudrun Schlaphorst, Presbyterin in Olfen und Sprecherin des Kooperationsrates.
Nächste Schritte bis 2028
Bis zur geplanten Vereinigung werden die Gemeinden ihre Leitungs- und Verwaltungsstrukturen weiterentwickeln. Ziel ist es, bis Pfingsten 2027 ein klares Bild der künftigen Organisationsstruktur zu erarbeiten. Der Prozess wird vom Kooperationsrat, den Presbyterien sowie haupt- und ehrenamtlich Engagierten gemeinsam gestaltet.
Gemeindemitglieder können den Prozess mitgestalten
Die Verantwortlichen möchten die Gemeindemitglieder aktiv in den Vereinigungsprozess einbeziehen. Dabei geht es nicht nur um organisatorische Fragen, sondern auch um die Entwicklung einer gemeinsamen Identität für die neue Kirchengemeinde.
Deshalb informieren die Gemeinden im Juni auf vier Gemeindeversammlungen über die geplante Vereinigung:
- Senden: 3. Juni 2026, 19.30 Uhr (Steverstraße 3)
- Olfen: 19. Juni 2026, 17 Uhr (Von-Vincke-Str. 21)
- Lüdinghausen: 19. Juni 2026, 19 Uhr (Stephanusweg 7)
- Mirjam (Drensteinfurt): 21. Juni 2026, 11 Uhr (Bahnhofstraße 12)
Interessierte Gemeindemitglieder sind eingeladen, Ideen, Anregungen und Fragen in den Prozess einzubringen.
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